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Thema: Gewässerökologie > Flora und Fauna > Aquatische Wirbellose

Flora und Fauna
Aquatische Wirbellose


Ecdyonurus spec

Abb.: Ecdyonurus spec., eine an starke Strömung angepasste Eintagsfliegenlarve
© Axel Conrad.

Die Artengruppe der wasserbewohnenden (aquatischen) Wirbellosen besiedelt überwiegend den Gewässergrund, Steine, Vegetation, Totholz sowie das Lückensystem der Gewässersohle. Diese Arten werden auch als Makrozoobenthos bezeichnet. Zu dieser heterogenen Lebensgemeinschaft gehören Tiere aus den Gruppen der Insekten, Muscheln, Schnecken, Krebse und andere.

Aquatische Wirbellose sind wechselwarm und daher sehr stark von der Wassertemperatur abhängig. Die Lebensbedingungen des Makrozoobenthos werden besonders durch den engen Zusammenhang zwischen Wassertemperatur, Abfluss, Strömung und Sauerstoffversorgung geprägt. Die bisherigen Erkenntnisse zum Klimawandel deuten darauf hin, dass diese genannten Faktoren gerichtet zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen insbesondere für kälteliebende, an hohe Sauerstoffgehalte und starke Strömung angepasste Fließgewässerarten führen werden.

Im Sommer werden die tendenziell steigenden Wassertemperaturen für die ganzjährig aquatisch lebenden Arten zu insgesamt schlechteren Atmungsbedingungen und damit zu erhöhtem ökologischen Stress führen.

Aber auch die durch den Klimawandel erwarteten erhöhten Wassertemperaturen im Winter werden sich auswirken. Die Wissenschaftler erwarten hier Veränderungen in den Wachstums- und Entwicklungszyklen der verschiedenen Arten. Dazu gehören der vorzeitige Abbruch eines Ruhestadiums oder frühere Schlupfzeitpunkte. Dieser Verlust einer Synchronisation innerhalb des Ökosystems wird zu einer Veränderung der Lebensgemeinschaft führen.

In dem Projekt „Ableitung von Temperaturpräferenzen des Makrozoobenthos für die Entwicklung eines Verfahrens zur Indikation biozönotischer Wirkungen des Klimawandels in Fließgewässern“ wurde ein Index entwickelt, mit dem der Einfluss des Klimawandels auf Bäche und Flüsse anhand von Veränderungen in der Gewässerökologie messbar gemacht werden soll. Dieser KLIWA-IndexMZB wird auf der Grundlage von standardisierten Untersuchungen des Makrozoobenthos berechnet. Ändert sich der Aufbau der Lebensgemeinschaft infolge des Klimawandels, schlägt sich dies in einer gerichteten Verschiebung des KLIWA-IndexMZB nieder, so die These. Die Projektergebnisse sind im KLIWA-Heft 20 zusammengefasst.