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Thema: Gewässerökologie > Wassertemperatur > Zukünftige Veränderungen

Wassertemperatur
Zukünftige Veränderungen


Zukünftig werden unsere Gewässer seltener zufrieren

Abb.: Zukünftig werden unsere Gewässer seltener zufrieren. © LfU RP

Die Entwicklung der Wassertemperatur in der Zukunft ist ein noch junges Themenfeld in KLIWA. Erste Auswertungen aus Baden-Württemberg und Bayern bestätigen aber die Beobachtungen der Vergangenheit
( Langzeitverhalten ) : Steigt die Lufttemperatur, werden auch die Gewässer wärmer. Ein genauerer Blick in die Zukunft gelingt jedoch nur mit der Hilfe von Modellen. Mehr zur Methodik findet sich hier:

Methodik

Die mit diesem Vorgehen bisher abgeleiteten Wassertemperaturprojektionen zeigen alle eine Tendenz zur Erwärmung in den Fließgewässern, wenn auch in unterschiedlichen Ausmaß. Die aktuell in KLIWA vorliegenden Wassertemperaturprojektionen basieren zunächst auf einer Auswahl von Klimaprojektionen . Die Erweiterung auf ein KLIWA-Wassertemperatur-Ensemble stellt eine Aufgabe für die nächsten Jahre dar.

Als Beispiel für Bayern vergleicht die folgende Abbildung für den Zeitraum 2021-2050 drei mögliche Entwicklungen der Tagesmaximaltemperatur im Gesamtjahr. Nimmt man nur einen geringen Klimawandel an, ergeben sich im Mittel über ganz Bayern um etwa 0,5 °C höhere Werte (linke Karte). Bei einem starken Wandel liegt die Zunahme bei 1,3 °C (rechte Karte). Die Ergebnisse in Baden-Württemberg liegen in einer sehr ähnlichen Größenordnung. Erste Untersuchungen zu Rheinland-Pfalz befinden sich in Bearbeitung.

Änderung der Tagesmaximaltemperatur (langjähriger Mittelwert) in der nahen Zukunft (2021–2050) gegenüber der Referenz (1971-2000) in Bayern

Abb.: Änderung der Tagesmaximaltemperatur (langjähriger Mittelwert) in der nahen Zukunft (2021–2050) gegenüber der Referenz (1971-2000) in Bayern.


Mit Hilfe von Wassertemperaturprojektionen lassen sich auch Hinweise zur möglichen zukünftigen Beeinflussung der Gewässerökologie ableiten. Dazu nutzt man Orientierungswerte für günstige Lebensbedingungen der Fischlebensgemeinschaften ( Gewässerökologie > Flora und Fauna > Fische ). In Baden-Württemberg wurde untersucht, wie häufig im Jahr diese Werte zukünftig überschritten werden könnten. Beispielsweise liegt der Orientierungswert für die maximale tägliche Wassertemperatur im Winter meist bei 10 °C, in den Oberläufen der Forellenregion (( Gewässerökologie > Quellen und Bäche > Betroffenheit ) bei 8 °C. Das folgende Beispiel nimmt eine eher warme Wassertemperaturprojektion zur Grundlage. Darin nimmt die Überschreitungshäufigkeit vor allem im Norden und Westen Baden-Württembergs besonders stark zu. Oftmals sind dies Regionen mit aktuell eher kühlen Gewässerabschnitten.

Um wie viel häufiger überschreiten die Wassertemperaturen im Winter die Orientierungswerte von 8 bzw. 10 °C? – Mittlere Anzahl von Tagen in einer Beispiel-Projektion in der nahen Zukunft.

Um wie viel häufiger überschreiten die Wassertemperaturen im Winter die Orientierungswerte von 8 bzw. 10 °C? – Mittlere Anzahl von Tagen in einer Beispiel-Projektion in der nahen Zukunft.



Mehr zu den Folgen einer zukünftigen Erhöhung der Wassertemperatur für die Gewässerökologie finden sich unter anderem auf den folgenden Seiten:

Gewässerökologie > Quellen und Bäche > Zukünftige Veränderungen

Gewässerökologie > Flüsse > Zukünftige Veränderungen

Gewässerökologie > Ströme > Zukünftige Veränderungen

Genauere Informationen zur Methodik der Wassertemperaturmodellierung von Fließgewässern und zu deren Ergebnissen bietet unter anderem der Beitrag von Herrn Haag „Regionalisierung und Simulation der Wassertemperatur“ in KLIWA-Heft 22.

Zur zukünftigen Entwicklung der Seen im Kontext des Klimawandels gibt es in der wissenschaftlichen Literatur bereits zahlreiche Untersuchungen. In KLIWA wurde der Wissenstand im Rahmen der Literaturstudie „Einfluss des Klimawandels auf Seen“ ausgewertet. Demnach werden die Temperaturen des Oberflächenwassers um 1,5 - 2,5°C in großen Seen und 0,8 – 1,3°in Alpenseen bis zum Jahr 2100 steigen. Weitere Aussagen zum Bodensee finden sich in KLIWA-Heft 13 oder dem Bericht des Projektes KlimBo.